Wie bereits im Vorwort angeklungen, handelt es sich bei der P5 Plus von Crucial um eine M.2-SSD mit PCIe Gen4 Interface. Hinsichtlich der Kernkomponenten wie Flashspeicher, Controller und Firmware, greift man bei der P5 Plus wie erwartet auf Technologie von Mutterkonzern Micron zurück. Konkret finden wir auf den Drives der Familie einen Micron DM02A1 Controller vor, dem man hauseigenen LPDDR4-Speicher (Micron D8BMZ; 1 GB) als Puffer zur Seite stellt. Die letzte fehlende Komponente, nämlich der Flashspeicher, stammt ebenfalls aus den eigenen Fertigungshallen. Dabei handelt es sich um 3D-NAND-Flash in TLC-Technologie mit 176 Lagen, auch als RG NAND Generation 2 bekannt.
Durch den Einbau einer P5 Plus mit Kühlkörper in den leeren M.2-Upgrade-Steckplatz der PlayStation 5 können Anwender auch ihre Spielkonsole beschleunigen. Hierfür bietet der Hersteller einen separat erhältlichen Kühlkörper oder die P5 Plus inkl. Kühlkörper an. Eine entsprechende Installationsanleitung steht natürlich auch bereit.
Die Crucial P5 Plus bietet Geschwindigkeit und Datensicherheit mit sequenziellem Lesen bis zu 6.600 MB/s und sequentiellem Schreiben bis zu 5.000 MB/s, wobei die maximal mögliche Schreibperformance abhängig vom Modell ist ‒ die hier und heute im Test befindliche 500-GB-Version erreicht 4.000 MB/s. Die IOPS 4K lesen/schreiben gibt der Hersteller mit 360k/700k an, wobei das Spitzenmodell der Serie sogar 720k/700k bietet. Die P5 Plus kommt zudem einschließlich vollständiger hardwarebasierter Verschlüsselung (AES 256 Bit; TCG Opal 2.0), dynamischer Schreibbeschleunigung (SLC-Cache), ECC-Fehlerkorrekturcode und adaptivem Temperaturschutz sowie Unterstützung für NVMe Autonomous Power State Transition (APST).
Auf der Vorderseite sind alle Komponenten untergebracht.
Unser 500-GB-Modell ist nur einseitig bestückt.
TLC-Speicher erreicht Technologie-bedingt nicht die Leistungsdaten von MLC oder gar SLC, weshalb die Hersteller entsprechende Techniken einsetzen, um die Performance auf ein vergleichbares Niveau anzuheben. Daher wird ein Pseudo-SLC-Cache verwendet, um die Geschwindigkeit zu erhöhen. Dabei wird ein Teil der Speicherzellen im SLC-Modus (1 statt 3 Bit) betrieben und damit als schneller Zwischenspeicher verwendet. Dadurch wird für gewöhnlich eine hohe Spitzenperformance bei Bursts erreicht, längere Schreibvorgänge lassen die Performance dann aber einbrechen, da der Zwischenspeicher zunächst zurückgeschrieben werden muss, was sonst in Zeiträumen ohne Schreiblast geschieht. Genauere Angaben zum SLC-Cache der P5 Plus und dessen Größe macht Crucial in seinen Datenblättern nicht. Dass ein entsprechendes System zum Einsatz kommt, ist bei TLC-SSDs obligatorisch.
Crucial spezifiziert für die P5 Plus eine MTTF (mittlere Zeit bis zum Ausfall; Mean time to failure) von 2.000.000 Stunden. Bezüglich der Zuverlässigkeit bzw. maximalen Schreiblast im Garantiezeitraum gibt der Hersteller für unser 500-GB-Sample genau 300 TBW (Total Bytes Written) bzw. rund 164 GB/Tag bei einer Garantiezeit von fünf Jahren an. Dieser Wert skaliert allerdings abhängig vom Gesamtvolumen der SSD (siehe Tabelle auf Seite 3). Die Garantiezeit verkürzt sich entsprechend, wenn die maximale Schreiblast vor Ablauf der fünf Jahre erreicht wird.
Mit dem Crucial Storage Executive bietet der Hersteller ein Tool für zusätzliche Berichte und Hilfsprogramme zur Diagnose von Problemen mit Crucial Solid State Drives an. Dazu gehören sowohl die Wiederherstellung nach schweren Fehlfunktionen des Betriebssystems als auch die einfache Anzeige von Laufwerksattributen und die Aktualisierung der Firmware. Over Provisioning (OP) ist eine weitere Funktion von Storage Executive, mit der man dem SSD-Controller zusätzlichen Speicherplatz auf dem Drive zuweisen kann. Durch die Bereitstellung von zusätzlichem Platz für den Controller können Funktionen wie Wear Levelling und Garbage Collection reibungsloser laufen, so dass die Wahrscheinlichkeit geringer ist, dass die SSD unter hoher Last verlangsamt wird.
Crucial Storage Executive zur Diagnose von SSDs (Bild: Crucial).
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